DocCheck-Anmeldung
ImageFoto

Impressum  ·  Kontakt  ·  Datenschutz  ·  Schriftgröße Die Schriftgröße der Website können Sie wie folgt ändern:
 • STRG und „+ Taste“: Schrift wird größer
 • STRG und „– Taste“: Schrift wird kleiner
 • STRG und Null: Schrift wird auf Normalgröße gesetzt

Informationen zur tyraminarmen Ernährung bei
einer Therapie mit Tranylcypromin.

Diät – ganz allgemein

Gewöhnlich versteht man unter Diät weniger zu essen, um abzunehmen und dadurch sein Wohlbefinden zu erhöhen. Dabei wird der in Kalorien gemessene Energiegehalt der täglich eingenommenen Nahrungsmittel verringert. Der Begriff der Diät ist aber umfassender. Diät ist die zielgerichtete Veränderung der normalen Ernährung durch Reduktion oder Bevorzugung bestimmter Komponenten und Inhaltsstoffe, wobei diese sehr unterschiedlich sein können.
In der Medizin ist das wichtig, wenn in der Ernährung vorkommende Stoffe für Krankheiten eine Bedeutung haben, wie etwa Zucker und Kohlenhydrate für Diabetes, Harnsäure und ihre Vorstufen für Gicht, Milch und Milchprodukte für Laktoseunverträglichkeit, Gluten für Zöliakie und viele andere. Eine sehr besondere Diät ist die Vermeidung von Phenylalanin bei der sogenannten Phenylketonurie. Der Anteil der betroffenen Bevölkerung ist entsprechend dem Vorkommen der Erkrankungen ganz unterschiedlich: Diabetes 5%, Laktoseunverträglichkeit 10%, Gicht 1%, Zöliakie 0,1% und Phenylketonurie 0,02%. Wie also leicht zu sehen ist, müssen sehr viele Menschen in Deutschland Kranken- und Schondiäten einhalten

Warum tyraminarme Kost?

Tyramin ist ein Stoff biologischen Ursprungs, welcher chemisch den sogenannten Aminen zugeordnet wird. Man spricht deshalb auch von den „biogenen Aminen“. Die Bezeichnung Tyramin stammt von „Tyros“ (griech. Käse), da es in Käse in relativ großen Mengen vorkommt und demzufolge dort zuerst nachgewiesen werden konnte. Biogene Amine kann man also in Nahrungs- und Genussmitteln antreffen. Viele biogene Amine haben im menschlichen Körper biologische Funktionen und Wirkungen. Wichtige biogene Amine außer Tyramin sind z.B. Histamin, Dopamin und Serotonin.
Buffet Biogene Amine, die eine bestimmte Funktion in unserem Körper haben, werden im körpereigenen Stoffwechsel in der notwendigen Menge gebildet und über den Blutkreislauf an ihren Wirkungsort befördert: Histamin und Tyramin stabilisieren z.B. die Zellwände, Dopamin und Serotonin wirken in den Nervenzellen, Adrenalin und Noradrenalin steuern die Reizleitung im Nervensystem, Histamin ist beteiligt bei der Abwehr körperfremder Stoffe, Spermin und Spermidin schützen die männlichen Samenfäden usw. Ein Zuviel oder Zuwenig dieser körpereigenen Amine kann aber zu einer Erkrankung führen, z.B. Depression bei verringertem Serotonin im Gehirn oder Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bei Dopaminmangel.
Zu viel mit der Nahrung aufgenommenes biogenes Amin kann unerwünschte Wirkungen haben bis hin zu Vergiftungserscheinungen. So kann z.B. Tyramin einen hohen Blutdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Zu viel Histamin verursacht Kopfschmerzen, Durchfall, verringerten Blutdruck, Hautausschläge u.a..
Unser Körper ist normalerweise an das Vorkommen von biogenen Aminen in der Nahrung angepasst, genauso wie etwa an Laktose (Milchzucker). (Diese Anpassung erbrachte in der Evolution einen bedeutsamen Nahrungsvorteil durch die Möglichkeit auch Milchprodukte und gealtertes Fleisch und Fisch zu verzehren.) Die meisten Menschen können deshalb z.B. Käse und Matjeshering trotz des enthaltenen Tyramins und Histamins gut vertragen. Die Anpassung an biogene Amine wird durch das Enzym Monoaminoxidase (MAO) erreicht, welches in Leber und Darm vorkommt. Die MAO verstoffwechselt die biogenen Amine, bevor diese ins Blut gelangen und macht sie damit unschädlich. Die MAO ist sozusagen ein natürlicher Schutzfilter, der uns vor zu viel Tyramin und anderen biogenen Aminen bewahrt. Ähnlich ist es bei Laktose, die durch das normalerweise vorhandene Enzym Laktase verstoffwechselt wird.
Bei einigen Menschen oder unter bestimmten Bedingungen kann die Schutzfunktion der MAO gestört sein. Manche Menschen sind genetisch bedingt mit zu wenig MAO ausgestattet. Diese leiden unter vielfältigen Krankheitsbildern wie etwa häufig wiederkehrenden Kopfschmerzen, Migräne und Hauterkrankungen. Die MAO-Funktion kann auch zeitweise beeinträchtigt sein, wie z.B. bei Magen-Darm-Erkrankungen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente.
Unter diesen Umständen muss eine besondere eingehalten werden, wodurch die Aufnahme von biogenen Aminen mit der Nahrung vermieden oder auf ein sehr geringes Maß reduziert wird. Die sogenannte Tyramin-Diät ist bisher allerdings nur wenig verbreitet.

Die tyraminarme Kost

Unser Tipp für eine gesunde Ernährung

Lebe Gesund

Unter der Adresse www.LebeGesund.de finden Sie eine große Auswahl an Lebensmitteln die alle im Rahmen einer tyraminarmen Ernährung verwendet werden können:

  • Ohne Hefeextrakt
  • Vegetarische, vegane Produkte
  • Ohne künstliche, chemische Zusatzstoffe
  • Steinmühlenbrote aus eigener Bäckerei
  • Alle Zutaten für Lebe Gesund-Produkte sind aus kontrolliertem ökologischem Anbau (DE-ÖKO-037)

Da heute recht gut bekannt ist, welche Lebens- und Genussmittel biogene Amine enthalten, braucht man einfach nur diese Nahrungsmittel zu meiden bzw. stark einzuschränken. Listen dieser Nahrungs- und Genussmittel sind beim Arzt oder in der Apotheke erhältlich.
Grundsätzlich hilfreich für die tyraminarme Kost ist, wenn man sich auch überlegt, wie und warum Tyramin in der Nahrung entstanden ist:

  • in einigen tierischen Produkten natürlich enthalten (z.B. Rinder-, Geflügel- und Dorschleber, Nieren)
  • durch Alterung und Verderbnis eiweißhaltiger Nahrungsmittel (z.B. verdorbener Fisch und Fleisch, zu alter und verdorbener Wein)
  • durch biochemische Prozesse (Fermentierung) gewonnene, verfeinerte oder haltbar gemachte Nahrungsmittel (z.B. stark gereifte Käsesorten, ausgereifte Salami, Bier, Wein, Tofu) oder ein gewisser Grad an Alterung wird in Kauf genommen (z.B. Matjeshering, Trockenfisch, kalt geräucherter Fisch wie Räucherlachs), durch Salzlaugen und Säuern lange gelagerte Lebensmittel
  • in einigen Pflanzen natürlich enthalten (z.B. dicke Bohnen, frische Bananen wenig Tyramin, sehr reife Bananen viel Tyramin, Kakao je nach Anbaubedingungen, Walnuss, hochreife Birnen, hochreife Avocados), Einige Pflanzen reichern biogene Amine an, um sich vor Fraßschädlingen zu schützen.

Eiweiße sind Ketten von Aminosäuren. Beim Abbau von Eiweißen durch Alterung werden zuerst Aminosäuren und daraus später Amine gebildet: Eiweiß —> Aminosäure —> Amine

Amine als Botenstoffe im Gehirn

Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin sind wichtige Botenstoffe im Gehirn, sogenannte Neurotransmitter. Sie übertragen Signale zwischen den Nervenzellen. Auch die biogenen Amine im Gehirn werden durch Monoaminoxidase (MAO) abgebaut. Bei zu starker Aktivität der MAO können deshalb zu wenige Neurotransmitter wie Serotonin im Gehirn vorliegen, was ein ganz grundlegendes Problem bei psychischen Erkrankungen ist.